Geringe Erhöhung der Gebühren für den Kindergarten ab 1. August 2017

Auch in diesem Jahr mussten sich die Kayhuder Gemeindevertreter der ungeliebten Aufgabe stellen: Am 28. Juni 2017 ging es um die Überprüfung der Kosten für den Kindergarten und um die erforderliche Anpassung der Gebühren. Denn die Elternbeiträge reichen zur Finanzierung der Betriebsausgaben bei weitem nicht aus. Der größte Teil der Kosten für Personal, Gebäude, Bewirtschaftung und Verwaltung muss grundsätzlich aus dem Kayhuder Haushalt finanziert werden. Und der ist seit Jahren im Minus.

In zwei Sitzungen wurde die Entscheidung vorbereitet: Am 10. Mai beschäftigte sich der Finanzausschuss mit der aktuellen Haushaltslage. Und in einer Sondersitzung der Kayhuder Gemeindevertretung am 17. Mai wurden die Kosten für den Kindergarten noch mal gesondert unter die Lupe genommen. Spätestens seitdem war allen  Gemein­devertretern klar, was zu erwarten war: Wieder eine erheb­liche Unterdeckung des Kayhuder Haushaltes für 2017, also erneut ein Loch in der Kasse.

Denn die Zuschüsse von Kreis, Land und Bund für die Kinderbetreuung reichen nicht aus, um die Kommunen davor zu bewahren, Verluste zu machen. Eindeutiger Grund ist die Entscheidung der Bundesregierung, den Anspruch der Eltern auf einen Krippenplatz seit dem 1. Juli 2013 rechtlich zu garantieren, ohne zugleich die Frage der Kosten nachhaltig zu regeln. Dadurch sind die Träger der Kindergärten, zumeist Kommunen, wegen der hohen Kosten in die Klemme geraten, denn noch immer müssen sie den Löwen­anteil der Kosten tragen.

In der Sitzung der Gemeindevertretung vom 28. Juni ging es also um die kalkulierten Kosten für unseren Kindergarten im neuen Kindergartenjahr ab 1. August 2017. Rund 577.000 Euro wird der Betrieb des Kindergartens kosten. Nach Abzug aller Zuschüsse von Bund, Land und Kreis und von Elternbeiträgen in Höhe von kalkulierten 147.252 Euro bleiben für die Gemeinde 279.900 Euro übrig.

Dieser hohen Kosten wegen ist Ende dieses Jahres im Kayhuder Haushalt ein „Fehlbetrag“ von 129.400 zu erwarten. Also wieder ein Verlust. Und der würde sich zusammen mit den Verlusten der vergangenen Jahren auf über 600.000 Euro summieren. Dieser angespannten Finanzlage wegen waren die Kayhuder Gemeindevertreter aufge­for­dert, mögliche Einnahmequellen (also auch Kindergartengebühren) im zulässigen Rahmen auszunutzen. Die letzte Gebührenanpassung fand immerhin zum 1. August 2015 statt.

Dennoch entschieden sich Kayhudes Gemeindevertreter nach nur kurzer Diskussion dafür, die Gebühren für die Benutzung des Kindergartens nur gering zu erhöhen. Bereits in vorheriger Absprache hatten sich die Fraktionen auf die kleinste, von der Amtsverwaltung vorgeschlagene Erhöhung geeinigt. Anders wären die Eltern überfordert worden. Diese Entscheidung wurde erleichtert durch eine geänderte Einschätzung des Kreises Segeberg: In den vergangenen Jahren war stets ein Elternanteil an den Kosten des Kindergartens von etwa 40 % als Ziel vorgegeben worden.

Von dieser Forderung ist das Gemeindeprüfungsamt neuerdings abgerückt, jetzt reicht ein „angemessener Beitrag“, etwa in Höhe von 30 %. Der neue, vorab kalkulierte Elternanteil an den Kosten für den Kayhuder Kindergarten ab 1. August wird 26,72 % betragen.

Ab 1. August 2017 gelten diese Gebühren:

Elementarbetreuung                      Euro

Frühgruppe     07.00 – 08.00 Uhr         51
halbtags          08.00 – 13.30 Uhr       234
ganztags         08.00 – 15.30 Uhr       272
ganztags         08.00 – 17.00 Uhr       301

Krippe

Frühgruppe     07.00 – 08.00 Uhr         51
halbtags          08.00 – 13.30 Uhr       408
ganztags         08.00 – 15.30 Uhr       510
ganztags         08.00 – 17.00 Uhr       586

Zu ergänzen ist, dass für die Betreuung in der Krippe weiterhin ein Zuschuss vom Land von 100 Euro gezahlt wird. Dieses „Elterngeld“ hatte die vorherige Landesregierung aus SPD, Grünen und SSW auf Antrag den betreffenden Eltern bewilligt. Diese Regelung gilt vorerst weiter. Eine mögliche Änderung ist von der neuen Landesregierung bereits avisiert.




Informationen über Flüchtlinge finden Sie unter der Rubrik Kreis & Land.